Deutscher Gewerkschaftsbund

23.11.2018
Zum Internationalen Aktions- und Gedenktag:

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sagt "Nein zu Gewalt gegen Frauen!"

DGB

Seit mehr als 30 Jahren setzen sich Menschen am 25. November weltweit für den Schutz von Frauen vor Gewalt ein. Hier besteht dringender Handlungsbedarf auf betrieblicher und auf politischer Ebene – national und international.

Deshalb beteiligen sich die DGB-Frauen an der bundesweiten Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen“ des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen". Betroffene können sich bundesweit an die Hilfetelefonnummer 08000 116 016 wenden; täglich, rund um die Uhr und kostenfrei.

Zudem beteiligt sich der DGB an der Kampagne „Stop gender based violence at work!“ des Internationalen Gewerkschaftsbundes.  Der DGB fordert die Bundesregierung auf, das Vorhaben der Internationalen Arbeitsorganisation für ein weltweites Übereinkommen gegen Gewalt am Arbeitsplatz zu unterstützen. Eine ILO-Konvention mit Empfehlungen zur Umsetzung in den Nationalstaaten würde verbindliche Mindeststandards regeln, um Beschäftigte vor Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen und zudem ein weltweites „Null-Toleranz“-Signal setzen.

 

Unsere Forderungen an die Politik:

  • Die ILO-Konvention gegen Gewalt am Arbeitsplatz unterstützen!

Die neue Bundesregierung muss das Vorhaben der Internationalen Arbeitsorganisation unterstützen, eine Konvention gegen Gewalt am Arbeitsplatz durchzusetzen. Wir brauchen einen weltweit anerkannten Arbeits- und Sozialstandard, der Gewalt am Arbeitsplatz verbietet. Derzeit existiert kein internationales Übereinkommen, dass verbindliche Mindeststandards regelt und Grenzen setzt, um Beschäftigte vor Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen. Eine ILO-Konvention mit Empfehlungen zur Umsetzung in den Nationalstaaten könnte das leisten – und zudem endlich eine weltweit gültige Definition von Gewalt und sexueller Belästigung etablieren. Denn gegen Gewalt am Arbeitsplatz brauchen wir ein weltweit verbindliches „Null-Toleranz“-Signal.

  • Die Istanbul-Konvention umsetzen!

Die sogenannte Istanbul-Konvention des Europarates wurde zwar im Juni 2017 von der Bundesrepublik ratifiziert. Aber bislang wurden die darin enthaltenen Maßnahmen nicht vollständig umgesetzt. Die Unterzeichnerstaaten sind verpflichtet, Schutz- und Hilfsdienste für Frauen, die Gewalt erlitten haben, bereitzustellen und Gesetze zu verabschieden, nach denen Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt verfolgt und bestraft wird.

Die nächste Bundesregierung muss daher:

  • das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) erweitern! 

Die Frist zur Geltendmachung von Ansprüchen auf Schadensersatz und Entschädigung gegenüber dem Arbeitgeber (§ 15 AGG) muss von zwei auf sechs Monate ausgedehnt werden.
Das AGG sollte um ein Verbandsklagerecht ergänzt werden, um Betroffene besser unterstützen und entlasten zu können.

  • kommunale und regionale Strukturen stärken!

Damit Unterstützung, Schutz und Beratung auch wirklich bei jeder Betroffenen ankommen, müssen kommunale und regionale Beratungsstrukturen ausgebaut und ihre Finanzierung endlich auf sichere Füße gestellt werden. Dazu gehört auch die dauerhafte Finanzierung von Frauenhäusern für Opfer häuslicher Gewalt. Um dies sicherzustellen braucht es eine bundesweit einheitliche Regelung.

  • einen Rechtsanspruch aller Opfer häuslicher Gewalt implementieren!

Die Betroffenen brauchen sofortigen, unbürokratischen, barriere- und kostenfreien Zugang zu Schutz und Hilfe, unabhängig von Einkommen, Aufenthaltstitel, Herkunft, gesundheitlicher Einschränkung oder Behinderung.

 

Links:

Aktion "Wir brechen das Schweigen“ des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen"

IGB-Kampagne „Stop gender based violence at work!“

DGB-Leitfaden gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

 

 

 

DGB


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