Deutscher Gewerkschaftsbund

21.06.2019
109. Internationale Arbeitskonferenz der ILO

ILO-Übereinkommen gegen Gewalt und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz beschlossen

DGB

 

Mit der #MeToo-Debatte ist sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz weltweit zum Dauerthema geworden. Bei der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, einer Sonderorganisation der UNO, wurde heute ein Übereinkommen gegen Gewalt und sexuelle Belästigung in der Arbeitswelt samt Empfehlungen zur Umsetzung in den Nationalstaaten beschlossen. Dafür haben die Gewerkschaften sich auf nationaler und internationaler jahrelang vehement eingesetzt.

 

Vom 10. bis 21. Juni 2018 fand in Genf die 109. Internationale Arbeitskonferenz der ILO statt. Dort feierte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ihren hundertsten Geburtstag. Im Fokus der diesjährigen Beratungen stand im standardsetzenden ILO-Ausschuss das Thema "Sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz" ("Violence and harassment in the world of work"). Intensive Debatten im Ausschuss über zwei Jahre hinweg führten nun endlich zum bahnbrechenden Erfolg: ein verbindliches Übereinkommen samt Empfehlungen wurde beschlossen und setzt neue gesetzliche Standards weltweit. Bisher gab es dazu auf internationaler Ebene noch keine Regelungen. „Das ist ein Meilenstein in der Geschichte der ILO und ein bedeutender Schritt, Belästigung und Gewalt in der Arbeitswelt weltweit zu beseitigen “, so Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende. „Jetzt sollte die Bundesregierung Vorbild sein und dieses Instrumente zeitnah ratifizieren und wirksam umsetzen“.

 

 

ILO-Ausschuss "Violence and harassment in the world of work", 10 bis 21. Juni 2019 in Genf DGB

Spontane Party im ILO-Ausschuss "Violence and harassment in the world of work" zum Abschluss der Verhandlungen am 19.Juni 2019 in Genf DGB

 

Auch DGB-Vertreterinnen nahmen an den Beratungen im ILO-Ausschuss teil. Ihre Forderungen haben die DGB Frauen bereits 2017 formuliert und sie wurden auf dem DGB-Kongress 2018 bestätigt: "Wir brauchen einen weltweit anerkannten Arbeits- und Sozialstandard, der Gewalt am Arbeitsplatz verbietet".


Beschluss A009 "Geschlechterperspektive in der internationalen Politik stärken" des 21. Ordentlichen DGB-Bundeskongresses 2018


 

ILO-Konvention ist ein starkes Signal


Mit der Konvention existiert nun endlich ein internationales Übereinkommen, dass verbindliche Mindeststandards regelt und Grenzen setzt, um Beschäftigte vor Gewalt und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen. Die  ILO-Konvention samt Empfehlungen zur Umsetzung in den Nationalstaaten leistet zudem endlich eine weltweit anerkannte und gültige Definition von Gewalt und sexueller Belästigung, in der die Genderperspektive verankert ist. Die ILO gibt damit ein starkes, weltweit verbindliches 'Null-Toleranz'-Signal gegen Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz, denn ILO-Konventionen setzen internationale Standards und Verbote für die Arbeitswelt. Weltweit können sich nun Männer und Frauen darauf berufen und gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz wehren, indem sie sich gewerkschaftlich organisieren und in betrieblichen Vereinbarungen und Tarifverträgen Regelungen gegen Gewalt am Arbeitsplatz aushandeln.

 

DGB

 

Hintergrund
Was ist die ILO?

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UNO). Sie ist "tripartistisch" organisiert, das heißt: Drei Gruppen bestimmen in den Versammlungen der ILO gleichberechtigt mit:

  • Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen der UNO-Mitgliedsländer (wie bei anderen UNO-Organisationen auch)
  • Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmer (Gewerkschaften)
  • Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeber

Auch der Ausschuss "Violence and harassment in the world of work" war tripartistisch besetzt.

 


 

Was sind ILO-Konventionen?

Man unterscheidet bei den Instrumenten der Arbeits- und Sozialstandards der ILO zwischen Übereinkommen (auch: Konventionen), Empfehlungen und Erklärungen. Übereinkommen (Konventionen) sind Urkunden, deren Ratifizierung durch die Regierung eines Mitgliedsstaates rechtliche Verpflichtungen begründet. Empfehlungen und Erklärungen müssen nicht ratifiziert werden. Sie sind konkretisierte Hilfestellung, angelehnt an die Übereinkommen, und geben eine Orientierung über die Ausrichtung der ILO für die Politik. Insgesamt hat die ILO in ihrem hundertjährigen Bestehen nunmehr 190 Übereinkommen und 205 Empfehlungen verabschiedet.


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