Deutscher Gewerkschaftsbund

29.04.2016
Mädchenzukunftstag beim DGB

Girls’ Day: „Frau Hannack, wie wird man Gewerkschafterin?“

Schülerinnen lernen Gewerkschaften kennen

Auch dieses Jahr öffnete der DGB BVV seine Pforten für rund zwanzig Schülerinnen anlässlich des Girls’Day. Unter dem Motto „Frauen in der Politik“ haben wir gezeigt, wie es ist im politischen Bereich zu arbeiten und sich für seine Interessen stark zu machen.

Was bedeutet es, sich für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einzusetzen, was heißt es, in der Politik zu arbeiten? Berliner Schülerinnen aus Berlin wollten beim Girls' Day die Gewerkschaftsarbeit genauer kennenlernen. Zum Berufs-Schnuppertag gehörte auch eine Fragerunde mit der DGB-Vizevorsitzenden Elke Hannack.

DGB/Lena Widmann

„Warum hast du dich für den Girls’Day beim DGB entschieden?“ 

Auf diese Eingangsfrage bekamen wir unterschiedliche Antworten. Aber am stärksten war ein Besuch beim DGB durch das Interesse an Politik und die Unwissenheit über die Arbeit von Gewerkschaften motiviert. Unser Auftrag für den diesjährigen Aktionstag stand damit fest!

„Wie soll dein Traumberuf aussehen und wie kommst du dahin?“

Bevor wir uns der Arbeit von Gewerkschaften widmeten, ging es zuerst einmal darum zu klären, was bei der Suche nach einem Traumjob wichtig ist. Auch hier waren wieder die Schülerinnen gefragt. Spaß, Interesse und Leidenschaft haben für die Mädchen bei der Suche nach ihrem Beruf Priorität. Der Weg zum Traumberuf hat viele Stationen. So gaben die Mädchen an, dass Freunde und Familie bei der Suche helfen können. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit fand in ihren Überlegungen keinen Eingang. Aber: Das Online-Quiz „Die Generalprobe“ konnte das ändern!

Was verdient die Frau?

„Welche Entscheidungen triffst du in deinem späteren Arbeitsleben?“

Diese Frage konnten wir gemeinsam mit dem Quiz „Die Generalprobe“ beantworten. Die Mädchen konnten fiktive (Erwerbs-)Entscheidungen über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg treffen- ob es darum geht, wie ein Berufseinstieg erfolgreich gelingen kann, die Hausarbeit zu Hause fair aufgeteilt oder eine gute Kinderbetreuung sichergestellt werden kann. Das Ergebnis: Die Mädchen haben sich gut geschlagen. Und bestreiten ihr Leben als Schlangenbeschwörerin. Auffällig war: Vielen Mädchen ist eine partnerschaftliche Aufteilung der Haus-, Fürsorge- und Erwerbsarbeit wichtig. Da bleibt uns nichts anderes, als sie darin zu bekräftigen.

Auf Tuchfühlung mit Gewerkschaft und Politik

Der Girls' Day bietet die Chance, die tatsächliche Arbeit von politischen Akteurinnen kennenzulernen. In diesem Sinne stehen die Berliner Schülerinnen im Büro der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Elke Hannack und erhalten hautnah Einblick in die vielfältige politische Arbeit des DGB. „Frauen in der Politik – Politik, ein Job für Frauen?!“

DGB/Ralf Steinle

Elke Hannack erzählt den 11- bis 14-jährigen, wie sie zur Gewerkschaftsarbeit kam. Ob sie schon immer im DGB arbeiten wollte, fragt eines der Mädchen. Hannack lacht. Nein, ursprünglich wollte sie Pastorin werden, hatte angefangen Theologie zu studieren, erzählt sie. Über einen Studierendenjob landete sie im Einzelhandel, gründete dort einen Betriebsrat. Sie war von der Arbeit begeistert und wurde schließlich hauptamtliche Gewerkschafterin. „Ich fand soziale Projekte toll, mit denen man Schwächere unterstützen kann“, sagt Hannack. „Die Starken müssen den Schwachen helfen“, erzählt sie über ihre Motivation, in der Gewerkschaft zu arbeiten. Als stellvertretende DGB-Vorsitzende kein 38-Stunden-Job, wie sie auf Nachfrage betont. Aber eine Arbeit, die ihr sehr viel Spaß mache. „Arbeit muss Spaß machen", so Hannack.

„Was machen denn jetzt eigentlich Interessenvertretungen?“

Diese Frage brannte den Schülerinnen schlussendlich noch unter den Nägeln und Antworten waren schnell gefunden: Wir stellten am Beispiel der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) vor, wofür Interessenvertretungen stehen und was ihre Aufgaben im Arbeitsleben sind. Am Beispiel der Übernahme der Auszubildenden Matilda K. wurde in einem Rollenspiel mit Vertreterinnen der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, einer Mediatorin, weiteren Azubis und vielen mehr eine Verhandlung nachgespielt. Mit Argumenten und viel Leidenschaft wurde am Ende eine Lösung gefunden - Matilda K. hat eine Zukunft in ihrem Ausbildungsbetrieb. Ein Erfolg der Interessenvertretungen - und ein gelungenes Ende des diesjährigen Girls' Day beim DGB!

 

Girls' Day

Der Girls'Day

Seit 2001 gibt es in Deutschland den "Mädchen-Zukunftstag - Girls' Day". Der DGB startete die bundesweite Aktion damals gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Initiative D21. Seitdem gibt es für Mädchen und junge Frauen einmal im Jahr die Möglichkeit, in Berufe, Berufsbilder und Branchen hinein zu "schnuppern", die bisher eher männlich dominiert sind. Zu den "Girls'-Day-Berufen" gehören Berufe, bei denen der Frauenanteil noch unter 40 Prozent liegt.

Mehr Infos: www.girls-day.de

Beschreibung des Girls' Day beim DGB


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