Deutscher Gewerkschaftsbund

03.06.2015
Geschlechtergerechte Entgeltsysteme sind nicht zum Nulltarif zu haben

Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe jetzt!

 

 

Aufwertung jetzt!

ver.di

 

Die Frauen im Deutschen Gewerkschaftsbund unterstützen die berechtigte Forderung nach einer Neuregelung der Eingruppierung der Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst. Sie stehen solidarisch an der Seite der Kolleginnen und Kollegen, die in der aktuellen Auseinandersetzung mit den öffentlichen Arbeitgebern um die Aufwertung ihrer Arbeit kämpfen.

In den sozialen und erzieherischen Berufen arbeiten überwiegend Frauen. Sie sind belastenden Arbeitsbedingungen ausgesetzt, ihr niedriger Lohn ist Ausdruck mangelnder gesellschaftlicher Anerkennung und Wertschätzung ihrer Tätigkeiten. Er wird der Arbeit der rund 240.000 ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen, Sozial- und HeilpädagogInnen, KinderpflegerInnen und Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung sowie der Verantwortung, die sie tragen, nicht gerecht.

Die Anforderungs- und Tätigkeitsprofile in den Sozial- und Erziehungsberufen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet worden. Sprachtests, frühkindliche Bildung, Dokumentation und Elternarbeit gehören in den Kitas und Einrichtungen der Ganztagsbetreuung an Schulen zum Alltag.

Eine höhere Eingruppierung würde das Einkommen der Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst um durchschnittlich 10 Prozent steigern und hätte Signalwirkung für den privaten Bereich. Gesamtgesellschaftlich würde damit endlich ein Beitrag zur Verringerung der Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen geleistet.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und seine Mitgliedsgewerkschaften streiten für eine Aufwertung weiblich dominierter Tätigkeiten. Aus Kostengründen verschließen sich öffentliche Arbeitgeber bis heute einer grundsätzlichen Neubewertung der Tätigkeiten.

Geschlechtergerechte Reformen der Entgeltsysteme sind nicht zum „Nulltarif“ zu haben!

Mit welchen Argumenten wollen politische EntscheidungsträgerInnen die Tarifparteien in der Privatwirtschaft für die Entgeltgleichheit in die Pflicht nehmen, wenn sie als verantwortliche Tarifvertragspartei im öffentlichen Dienst nicht mit gutem Beispiel vorangehen? Verleihen Sie der Wertschätzung der gesellschaftlich wichtigen Arbeit in den Sozial- und Erziehungsberufen Ausdruck: Werten Sie sie durch Höhergruppierung auf! Es ist an der Zeit!

 


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