Deutscher Gewerkschaftsbund

18.01.2024

KEIN FORTSCHRITT BEIM GENDER PAY GAP

Frauen verdienen in Deutschland weiterhin 18 Prozent weniger als Männer. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Ab dem 30. Lebensjahr, zur Phase der Familiengründung, driften die Bruttostundenverdienste besonders stark auseinander (siehe Abb. 1). Während meist Frauen ihr Erwerbsleben für die Sorgearbeit unterbrechen und ihre Stundenlöhne auch nach dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben auf niedrigerem Niveau stagnieren, steigen sie bei Männern sogar noch an. Mit einem Gender Pay Gap von 18 Prozent gehört Deutschland dabei zu den Schlusslichtern in der Europäischen Union.

Quelle: Statistisches Bundesamt 2024

Die Lücke dokumentiert vor allem eines: Handlungsbedarf. Politik und Arbeitgeber sind hier gefragt: Entscheidend ist die Beseitigung von Fehlanreizen im Steuer- und Sozialrecht, eine echte Aufwertung von frauendominierten Berufen und eine grundlegende Reform der Minijobs, in denen vor allem Frauen tätig sind. Auch sollte das Entgelttransparenzgesetz wirksam auf mehr Unternehmen ausgeweitet werden. Allem voran braucht es eine Stärkung der Tarifbindung, die sich mit höheren Löhnen für alle, besseren Arbeitsbedingungen gerade für Frauen auszahlt. Außerdem ist die häufig mit einem Plus an Gleichstellung verbunden aufgrund von mehr Mitbestimmung im Betrieb. Nicht zuletzt zeigen aktuelle Zahlen des DIW: Steigt in Unternehmen der Frauenanteil in Führung auf über 30 Prozent, sinkt der Gender Pay Gap signifikant.

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) 2024

Auch in der Debatte um Fachkräftegewinnung geht leider viel zu oft unter, dass Entgeltgleichheit ein wichtiger Faktor ist, wenn es darum geht, die Frauenerwerbstätigkeit zu steigern. Sicher ist: die hohe Entgeltlücke ist nicht nur ein eklatantes Gerechtigkeitsproblem, sie ist auch zunehmend ein echter Wettbewerbsnachteil.

DGB


Nach oben

DGB-Frauen bei Facebook

DGB-Projekt "Was verdient die Frau?"

DGB-Projekt "Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten"

Sozialpartnerrichtlinie „Wandel der Arbeit“

Direkt zu ihrer Gewerkschaft

Logos der acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften
DGB

Frauenausstellung

Der DGB-Zukunftsdialog

Logo Zukunfstdialog
dgb

Sei dabei

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter halten Fahnen hoch: Grafik
DGB

Aktiv im

Deutscher Frauenrat
Deutscher Frauenrat
Logo
Bündnis Sorgearbeit fair teilen
Bündnis Gemeinsam gegen Sexismus

Unsere Partner