Deutscher Gewerkschaftsbund

04.02.2020
Glückwunsch und mehr Gleichstellung:

100 Jahre Betriebsrätegesetz!

DGB

Der Weg war lang, blutig und hart erkämpft, doch es hat sich gelohnt: Am 4.2.1920 erkämpften sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Recht, Betriebsräte zu gründen. Betriebsräte vertreten nunmehr seit 100 Jahren die Interessen der Beschäftigten und prägen auch im entscheidenden Punkt Gleichstellung von Frauen und Männern die Arbeitswelt.

Eine wesentliche Aufgabe der Betriebsrätinnen und Betriebsräte ist es, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern, insbesondere bei der Einstellung, Beschäftigung, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie dem beruflichen Aufstieg. Anlässlich des 100. Jubiläums wird es Zeit, ein modernes Betriebsrätegesetz mit ins nächste Jahrhundert zu nehmen und die sich bietenden Chancen der Digitalisierung auch für die echte Chancengleichheit von Frauen und Männern zu nutzen. Ungerechtigkeiten in der analogen Arbeitswelt dürfen sich in der digitaler werdenden Arbeitswelt nicht fortsetzen.

Der Ausbau der Mitbestimmungsrechte ist in Zeiten der sich wandelnden Arbeitswelt wesentlich, damit starke Betriebs- und Personalräte:

  • an der Entwicklung von Arbeitszeitkonzepten und individuellen Lösungsmodellen beteiligt sind. Mehr Souveränität über die eigene Arbeitszeit ermöglicht Frauen und Männern gleichermaßen, Familienpflichten, Freizeit, Haushalt und Beruf besser zu vereinbaren.
  • ein echtes Mitbestimmungs- und Initiativrecht bei der Weiterbildung haben. Frauen und Männer müssen gleichermaßen für den Einsatz digitaler Technologien befähigt und auf die digitale  Transformation vorbereitet werden.
  • ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht bei der qualitativen Personalplanung erhalten. Dies gilt insbesondere bei der Verwendung von Algorithmen. Diese müssen diskriminierungsfrei und gendersensibel gestaltet sein, damit Bewerberinnen bei automatisierten Auswahlverfahren keine Nachteile erfahren.
  • der Gefahr der räumlichen und zeitlichen Entgrenzung entgegen wirken. Um Beschäftigte besser vor möglichen psychischen Belastungen bewahren zu können, die durch Digitalisierung erwachsen, muss die Mitbestimmung bei den Themen Erreichbarkeit, Menge der Arbeit und mobiles Arbeiten gestärkt werden.
  • ihrer Prüfaufgabe nachkommen können, ob die Frauen im Unternehmen oder Betrieb für die gleiche Arbeit auch gleich viel verdienen wie die Männer. Dafür brauchen Betriebsräte ein echtes Recht auf Einsichtnahme in die nach Geschlecht und Arbeitnehmergruppen aufgeschlüsselten Bruttolohn- und Gehaltslisten mitsamt allen relevanten Entgeltbestandteilen. Maßnahmen zur Information der Beschäftigten über Entgelttransparenz und ihr Auskunftsrecht auf vergeichbare Gehälter gehören dazu.

Wenn die Beschäftigten ihre Arbeitswelt mitgestalten können, profitieren auch die Unternehmen und Betriebe von leistungsfähigen und zufriedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Zeit für mehr Mitbestimmung, Zeit für mehr Gleichstellung!

 


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