Deutscher Gewerkschaftsbund

14.01.2019

Nachschärfen für mehr Entgeltgleichheit!

HBS-Studie „Entgelttransparenzgesetz ohne Wirkung“

DGB/Hyejin Kang/123rf.com

Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) ist seit Juli 2017 in Kraft. Erklärtes Ziel ist mehr Transparenz der Gehälter in vergleichbaren Tätigkeiten, um die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern in Betrieben aufzudecken und einen Beitrag zu leisten, die noch immer bestehende Gehaltslücke von 21 Prozent zu schließen.

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung - dem Gesetz fehlen aber die entscheidenden Instrumente, um das Ziel zu erreichen. Die zentralen, fehlenden Punkte hatte der DGB schon vor Inkrafttreten in seiner Stellungnahme aufgezeigt. Wie eine Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung auf Basis einer aktuellen Betriebsrätebefragung jetzt belegt, verfehlt das Entgelttransparenzgesetz ohne verbindliche Vorgaben seine Wirkung auf mehreren Ebenen:

  • In nur 12 Prozent der Betriebe haben sich die Arbeitgeber um die Umsetzung des Gesetzes bemüht.
  • Auch die Arbeitnehmerinnen machen noch kaum Gebrauch von ihrem Auskunftsanspruch: Lediglich 13 Prozent der Beschäftigten in mittelgroßen Betrieben (zwischen 201 und 500 Beschäftigten) und 23 Prozent in großen Betrieben (ab 501 Beschäftigten) haben sich an den Betriebsrat gewendet, um Vergleichsgehälter abzufragen.
  • In gerade mal rund 10 Prozent der Unternehmen wurde die gesetzlich vorgesehene, aber eben nicht vorgeschriebene, Prüfung betrieblicher Entgeltstrukturen auf Geschlechterbenachteiligung durchgeführt.

Hier muss die Bundesregierung nachbessern! Damit gleichwertige Arbeit von Frauen und Männer endlich auch gleich bezahlt wird, müssen unsere Forderungen umgesetzt werden:

Erstens muss die Anwendung von Prüfinstrumenten anstelle einer bloßen Empfehlung als Pflicht für Unternehmen ausgestaltet werden. Zweitens muss der Auskunftsanspruch auf alle Beschäftigten unabhängig von der Größe des Betriebes ausgeweitet werden. Und drittens bedarf es zertifizierter Prüfverfahren sowie empfindlicher Sanktionen bei Verstößen gegen den Grundsatz der Entgeltgleichheit.


Nach oben

DGB-Projekt "Was verdient die Frau?"

Dein Sprungbrett – Webinare und Beratung für junge Frauen

DGB-Projekt "Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten"

DGB-Projekt "Zwischen Familie & Beruf passt kein ODER"

Klischeefrei

DIREKT ZU IHRER GEWERKSCHAFT

Logos der acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften
DGB

DGB-INFOSERVICE EINBLICK

Das Hilfetelefon - Gewalt gegen Frauen

BAFZA

Perspektive Wiedereinstieg

BMFSFJ/BA

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Entgelttransparenzgesetz verbindlicher ausgestalten!
So bleibt die Lohngerechtigkeit von Männern und Frauen noch in weiter Ferne: Hat ein Unternehmen weniger als 200 Mitarbeiter, ist es gar nicht erst auskunftspflichtig. weiterlesen …
Artikel
Equal Pay Day am 18. März 2019
Breite Unterstützung gegen die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen gab es bei unserer Kundgebung zum Equal Pay Day am 18. März 2019 am Brandenburger Tor. Neben der Bundesfrauenministerin Franziska Giffey waren auch Vertreterinnen der Bundestagsfraktionen unserer Einladung für einen politischen Schlagabtausch zum Schließen der Entgeltlücke gefolgt. weiterlesen …
Bildergalerie
18. März 2019
Breite Unterstützung gegen die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen gab es bei unserer Kundgebung zum Equal Pay Day am 18. März 2019 am Brandenburger Tor. Neben der Bundesfrauenministerin Franziska Giffey waren auch Vertreterinnen der Bundestagsfraktionen unserer Einladung für einen politischen Schlagabtausch zum Schließen der Entgeltlücke gefolgt. Bei Willensbekundungen darf es aber nicht bleiben! Gemeinsam mit dem SoVD und dem Deutschen Frauenrat fordern die DGB-Frauen von der Politik wirksame gesetzliche Maßnahmen zum Schließen der Entgeltlücke von 21 Prozent. zur Fotostrecke …

Zuletzt besuchte Seiten