Deutscher Gewerkschaftsbund

26.09.2009

BMFSFJ setzt auf die Förderung von Vereinbarkeit

Kurz nach dem „Equal Pay Day“ 2009 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ein Dossier zur „Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern in Deutschland“ veröffentlicht.

Darin fasst das Ministerium die bestehenden Erkenntnisse zusammen und vergleicht die Situation in Deutschland mit der europäischer Nachbarstaaten. Schließlich werden mögliche politische Maßnahmen im Umgang mit dem Lohngefälle bewertet.

Drei Ursachenkomplexe des Lohngefälles

Die Ursachen für die bestehende Entgeltungleichheit in Deutschland lassen sich dem Ministerium zufolge in drei Ursachenkomplexe unterteilen. Die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes, familienbedingte Erwerbsunterbrechungen, die aufgrund traditioneller Rollenbilder überwiegend von Frauen in Anspruch genommen werden sowie die Lohnfindung, sprich die Kriterien nach denen typische Frauentätigkeiten oft schlechter bewertet und entsprechend bezahlt werden.

Zielvorgabe: 10 Prozent bis 2020

Politische Maßnahmen zur Überwindung des Lohngefälles müssen dem BMFSFJ zufolge vor allem auf den zweiten Ursachenkomplex abzielen. In Deutschland seien „die familienbedingten Erwerbsunterbrechungen und –reduzierungen von besonderer Bedeutung. Eine wichtige Aufgabe besteht somit darin, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Mütter und Väter Familien- und Berufsleben miteinander vereinbaren können“, erklärt das Ministerium. Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung, dem Elterngeld und der steuerlichen Absetzbarkeit von Betreuungskosten seien bereits wichtige Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf eingeleitet worden.

Keine gesetzlichen Verpflichtungen für Unternehmen

Um der Segregation des Arbeitsmarktes entgegenzuwirken werde durch Initiativen wie den Girl’s Day und die Initiative „Komm, mach MINT“ versucht, „das Berufswahlspektrum von Frauen und Männern zu erweitern und insgesamt ihre Arbeits- und Karrierechancen zu verbessern“.

Für den Ursachenkomplex „Lohnfindung“ hingegen hält das Ministerium allein die Tarifpartner für verantwortlich. Hier könne die Politik lediglich unterstützen und informieren. Gesetzliche Regelungen, wie sie in Schweden bestehen, lehnt das BMFSFJ ab. In dem skandinavischen Land sind Unternehmen unter anderem zu einer jährlichen Überprüfung der Einkommenssituation von Männern und Frauen verpflichtet.

Download Dossier (1,3 MByte)


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