Deutscher Gewerkschaftsbund

Gendergerechte Berufsorientierung

Schüler_innen an Tafel

DGB/iStock

Der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Deutschland ist noch immer von einer geschlechtsspezifischen Segregation nach Branchen geprägt. Geschlechterstereotype und Rollenbilder beeinflussen auch die Berufs- und Studienwahl von Jugendlichen. Obwohl die schulischen Leistungen von jungen Frauen und Männern vergleichbar sind, zeigen sich in der Berufsausbildung und im Studium deutliche Unterschiede: Mehr als die Hälfte der jungen Frauen wählt aus nur zehn verschiedenen Ausbildungsberufen im dualen System – darunter ist kein naturwissenschaftlich-technischer Beruf.

Frauen stellen den größten Teil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Gesundheitsdienstberufen und den Sozial- und Erziehungsberufen, aber auch in anderen personennahen Dienstleistungen wie im Friseurhandwerk, in der Gästebetreuung und der (Gebäude-)Reinigung. Auffällig ist, dass gerade die frauendominierten Berufe gesellschaftlich unterbewertet und schlechter bezahlt werden als männerdominierte Brufe. Geschlechterstereotype drücken sich also auch darin aus, dass „typisch männliche“ Arbeit oft höher bewertet wird als „typisch weibliche“ Arbeit. Frauendominierte Berufe sind zudem häufig im Bereich der schulischen Ausbildungen angesiedelt, was meist noch bedeutet, dass keine Ausbildungsvergütung gezahlt wird, sondern im Gegenteil sogar Schulgeld anfällt.

Insbesondere für Frauen gehen damit strukturelle, ökonomische und/oder individuelle Nachteile einher. Im Berufsleben angekommen, verstetigen sich Ungleichheitsstrukturen in der Weiterbildung. Die nach Branchen segmentierte Spaltung des Arbeitsmarktes in frauen- und männerdominierte Berufe muss überwunden, der Unterschied zwischen dem schulischen und dem dualen Ausbildungssystems mit dem Ziel einer Verbesserung der Rahmenbedingungen beseitigt und der Zugang zu Weiterbildung geschlechtergerecht gestaltet werden.

 

Um eine Berufsorientierung entlang der individuellen Interessen und Potenziale frei von Geschlechterstereotypen sicherzustellen und Benachteiligungen im Ausbildungssystem abzubauen, fordert der DGB:

  • Möglichkeiten zu schaffen, damit sich junge Menschen in einem breiten Spektrum von Tätigkeiten erproben können, wie z. B. Schulpraktika und Zukunftstage (Girls’ Day und Boys' Day)
  • Qualifizierungsmaßnahmen für in der Berufs- und Studienwahlbegleitung Tätige zu etablieren, damit Geschlechtersensibilität Merkmal ihres professionellen Handelns wird
  • Informationen zu den Perspektiven von Berufen und Branchen bereitzustellen, insbesondere zu den Aspekten Arbeitszeit, Möglichkeiten partnerschaftlicher Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Verdienst sowie Karrierechancen
  • die Förderung des MINT-Interesses junger Frauen weiter voranzutreiben und auf den nicht-akademischen Bereich auszuweiten
  • eine Annäherung der Bedingungen in vollzeitschulischer Ausbildung an das duale Ausbildungssystem zu fördern durch eine kostenfreie Erstausbildung (Schulgeldfreiheit und Ausbildungsvergütung), ein Recht auf Ausbildung in Teilzeit, die Vereinheitlichung der im Ländervergleich zum Teil sehr unterschiedlichen Ausbildungsinhalte und -dauer sowie die Beteiligung der Sozialpartner an der Gestaltung der Ausbildungsinhalte

Unter dem Motto „Frauen in der Politik“ engagiert sich der DGB jedes Jahr als Aktionspartner des Girls' Day für eine Berufsorientierung frei von Geschlechterklischees. Der DGB lädt anlässlich des Girls' Day Schülerinnen ein, sich zu informieren und zu diskutieren, wie es ist im politischen Bereich zu arbeiten und sich für seine Interessen stark zu machen: https://frauen.dgb.de/-/VgC

Hier gibt es Informationen zu den Betrieben und Unternehmen, die Aktionen zum Girls' Day anbieten: https://www.girls-day.de/Radar

Wie es gelingen kann, junge Frauen und Männer gendersensibel an Berufe heranzuführen und wie Betriebe sie gezielt ansprechen können: https://frauen.dgb.de/-/DEU

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