Deutscher Gewerkschaftsbund

DGB fordert Vaterschaftsfreistellung anlässlich der Geburt

Gutachten zur Umsetzung der EU-Vereinbarkeitsrichtlinie

Vater Kind

Devon Divine / Unsplash / DGB

Zehn Tage Vaterschaftsurlaub für Väter direkt nach der Geburt des Kindes sieht die 2019 beschlossene EU-Vereinbarkeitsrichtlinie vor. Die Bundesregierung will die Richtlinie aber nicht in deutsches Recht umsetzen. Die Begründung: Die bestehenden Gesetze (Elterngeld, Elternzeit) in Deutschland reichen bereits aus. Ein Gutachten im Auftrag des DGB widerspricht der Bundesregierung: Auch Deutschland müsse die 10 Tage Vaterschaftsurlaub umsetzen.

Hier könnt ihr einen Teil des Gutachtens (Teil G: Ergebnisse zur Vaterschaftsfreistellung) herunterladen:

 

Dem Gutachten zufolge sind die geltenden Regelungen in Deutschland aber nicht ausreichend, um die Vereinbarkeitsrichtlinie umzusetzen. Diese nennt explizit den Zeitraum der Geburt als Anlass für die Freistellung. Das Elterngeld diene demnach vor allem dem Ziel, dass Väter und Mütter ihren Beruf ausüben können, weil sich der jeweils andere ums Kind kümmert. Die Vaterschaftsfreistellung soll zu einer frühen Bindung zwischen Vätern und ihren Kindern und einer gleichmäßigen Aufteilung der Betreuung zwischen den Partner_innen beitragen.

Im Gutachten heißt es daher, dass „zweckmäßig, ein eigenständiges ‚Vaterschaftsurlaubsgesetz’ einzuführen“ ist. Das Gehalt müsste während der Vaterschaftsfreistellung zu 100 Prozent weitergezahlt werden.

Berichterstattung zum Gutachten

Die WELT am Sonntag hat über die DGB-Forderungen berichtet: Artikel "Zehn Tage Urlaub für Väter – diese Idee soll Deutschlands Männer nach Hause holen" (Christine Haas) vom 24.01.2021

Am 28.01.2021 berichtet die WELT zudem über die Reaktion des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf das Gutachten. Den Artikel lest ihr hier.

 


Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack zum Gutachten:

Elke Hannack

DGB

"Das ist ein eindeutiger Handlungsauftrag", sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. "Spätestens die nächste Bundesregierung muss das Thema abräumen. Wir brauchen die Vaterschaftsfreistellung zur Geburt – das sieht auch eine deutliche Mehrheit der hier lebenden Menschen so.

Dies wäre ein wesentlicher Punkt für die Vater-Kind-Bindung und neben dem Elterngeld ein wichtiger Anreiz für Väter, sich partnerschaftlich an der Kinderbetreuung zu beteiligen. Zu erwarten ist, dass sich dies auch positiv auf den immer noch viel zu großen Gender Care Gap auswirkt. Denn für die Kindererziehung, die Pflege von Angehörigen oder die Hausarbeit wenden Frauen pro Tag im Schnitt über 50 Prozent mehr Zeit auf als Männer."


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