Deutscher Gewerkschaftsbund

30 Jahre Einheit und Gleichstellung

Neuer WSI Report

Titelblatt WSI Report

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In einem neuen Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) untersuchen die Wissenschaftler_innen Dietmar Hobler, Svenja Pfahl und Aline Zucco, wie es 30 Jahre nach der deutschen Einheit um die Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt steht. Bisher fehlte eine differenzierte Betrachtung über die Entwicklung der Geschlechterungleichheiten in Ost- und Westdeutschland.

Nach einem historischen Abriss über die Rolle von Frauen auf dem Arbeitsmarkt in der DDR und BRD untersucht der Report Geschlechterungleichheiten in den Bereichen Bildung, Erwerbsarbeit, Einkommen, Zeit, Kinderbetreuung und Partizipation in Ost- und Westdeutschland.

Beim Thema Gleichstellung weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen Ost und West

Frauen in West- wie in Ostdeutschland haben in Puncto Bildung, Erwerbstätigkeit und soziale Absicherung in den vergangenen Jahren gegenüber Männern aufholen können. Trotzdem gibt es beim Thema Gleichstellung weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen Ost und West. Bei zentralen Arbeitsmarkt-Größen wie der Erwerbsbeteiligung, der Arbeitszeit und dem Einkommen sind die Abstände zwischen Männern und Frauen im Osten spürbar kleiner – allerdings beim Einkommen auf insgesamt niedrigerem Niveau als im Westen. Und auch wenn die Gleichstellung in Ost- wie Westdeutschland vielfach vorangekommen ist bleibt die durchschnittliche berufliche, wirtschaftliche und soziale Situation von Frauen in beiden Landesteilen weiterhin oft schlechter als die von Männern.

Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende dazu:

„Nach 30 Jahren deutscher Einheit ist die Gleichstellungsbilanz immer noch nicht ausgeglichen: nicht zwischen Ost und West und auch nicht zwischen Frauen und Männern. Zwar sind die Ungleichheiten kleiner geworden, wo Frauen aus eigener Kraft gleichziehen konnten: In Puncto Bildung und Qualifikation etwa oder bei der Erwerbsbeteiligung. Auch die gestiegene Erwerbsbeteiligung der Frauen darf als Erfolg gewertet werden.

Die Lücke zwischen den Erwerbsarbeitszeiten von Frauen und Männern bleibt das Manko. Sie ist die Kehrseite der Kluft, die sich bei der unbezahlten Arbeit im Haushalt und in der Familie auftut. Frauen schultern den Großteil dieser Tätigkeiten.

Da verwundert auch nicht, dass sich Teilzeitarbeit bei Männern – im Westen wie im Osten – in engen Grenzen hält, der Anteil erwerbstätiger Frauen in Teilzeit in den vergangenen 30 Jahren aber um rund 16 Prozentpunkte gestiegen ist. Das bedeutet für viele Frauen: niedrigere Einkommen, eingeschränkte berufliche Perspektiven und finanzielle Unsicherheiten bei Trennung oder im Alter.

Zur Umverteilung unbezahlter Haus- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern gibt es keine Alternative. Die Politik ist gefragt: Sie muss die Weichen stellen und endlich die richtigen Anreize schaffen. Die Regierungsparteien müssen endlich die Vorhaben aus ihrem Koalitionsvertrag umsetzen, um Familien weiter zu entlasten und die partnerschaftliche Teilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zu unterstützen: Zuschüsse für haushaltsnahe Dienstleitungen würden Frauen ermutigen, ihre Erwerbstätigkeit wieder aufzunehmen oder auszudehnen. Gleichzeitig könnten dadurch sozial abgesicherte Arbeitsplätze geschaffen werden, in einem Wirtschaftsbereich, der derzeit von Schwarzarbeit geprägt ist. Auch die Ganztagsbetreuung an Grundschulen muss endlich kommen, um Chancen für Kinder zu verbessern und Eltern echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen.

Frauen haben Zeitdefizite, obwohl sie deutlich häufiger in Teilzeit arbeiten als Männer. Während des Lockdown sind diese Zusammenhänge in aller Deutlichkeit zutage getreten: Als Kitas, Schulen und Einrichtungen der Tagespflege dicht waren,lasteten die unbezahlten Betreuungsaufgaben und die Arbeit im Haushalt vor allem auf den Frauen.“

Hier findet ihr einen Blog-Beitrag zur Studie: https://www.wsi.de/de/blog-17857-deutsche-einheit-auch-im-job-26575.htm
 
Hier könnt ihr den Report herunterladen:

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