Deutscher Gewerkschaftsbund

01.04.2021

Frau des Monats

Frau des Monats Alice Salomon

DGB Frauen

Wir werden hier ab sofort jeden Monat eine Frau vorstellen, die sich gewerkschaftlich und / oder politisch für Gleichstellung und Frauen einsetzt – oder eingesetzt hat. Einige sind international bekannt, andere historische Vorkämpferinnen der Frauenbewegung und wieder andere sind Kolleginnen, die sich durch ihr Engagement oder eine besondere Aktion hervorgetan haben. Aber alle Frauen der kommenden Monate sollten wir kennen(lernen)!

Den Anfang macht im April Alice Salomon.

Alice Salomon war Sozialreformerin und Frauenrechtlerin und wurde 1872 in Berlin geboren. Heute gilt sie als Wegbereiterin der Sozialen Arbeit als Wissenschaft, da sie sich unermüdlich für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit durch die Entwicklung einer beruflichen Ausbildung einsetzte.

Alice Salomon musste, wie zu ihrer Zeit für Mädchen üblich, die Schule nach neun Jahren verlassen, ihr war wie vielen bürgerlichen Mädchen aus höheren Beamten-, Offiziers- und Kaufmannsfamilien weder der Besuch einer weiterführenden Schule noch eine Ausbildung oder ein Studium möglich, dabei wäre sie gerne Lehrerin geworden. Angetrieben von ihrer eigenen Langeweile Zuhause wird Salomon 1893 jedoch Gründungsmitglied der „Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit“ und unterstützt dort junge Arbeiterinnen und einen Mädchenhort. Der Kontakt zu Menschen, die von sogenannter Armenpflegeunterstützung leben, verändert Alice Salomon radikal, wie sie selbst später sagt. Im Jahr 1900 wird sie als eines der jüngsten Mitglieder in den Vorstand des Bund Deutscher Frauenvereine gewählt.

Für Alice Salomon stand fest, „dass soziale Hilfstätigkeit und gesellschaftliche Veränderungen der Wissenschaften bedürfen“. Aus dieser Überzeugung heraus begann sie 1902 ohne Abitur und als Gasthörerin ein Studium der Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie und promoviert 1906 mit einer Arbeit zum Thema „Die Ursachen der ungleichen Entlohnung von Männer- und Frauenarbeit“ – erschreckend aktuell!

1908 gründete sie außerdem die erste soziale Frauenschule in Berlin, deren Leiterin sie wurde. Ihr Ziel war, Frauen und Mädchen für soziale Hilfstätigkeiten und Berufe professionell auszubilden. Neben ihrem Engagement für die soziale Frauenschule und die Frauenakademie, übernahm sie 1929 den Vorsitz des von ihr mitgegründeten „Internationalen Komitees Sozialer Schulen“ und organisierte regelmäßig internationale Sozialarbeitskongresse.

1933 verlor Alice Salomon alle öffentlichen Ämter in Deutschland und die NS-Behörden versuchten, auch ihre internationalen Ämter zu annullieren – was jedoch erfolglos blieb. Von den Nationalsozialisten wegen ihrer jüdischen Herkunft zur Emigration gezwungen, lebte sie von 1937 bis zu ihrem Tod 1948 in New York.

Von Alice Salomon gegründete Einrichtungen und Organisationen im Bereich der Sozialen Ausbildung existieren noch heute, ihr schriftliches Werk umfasst mehr als 550 Titel. Aus der Wahrnehmung und dem Erkennen ihrer eigenen privilegierten Situation hat sie einen gesellschaftlichen Auftrag gemacht – allein das ist Grund genug, dass Alice Salomon unsere Frau des Monats im April ist!

 

Quellen und weitere Informationen:

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