Deutscher Gewerkschaftsbund

28.01.2021

YouGov-Umfrage zu Partnerschaftlichkeit

Breite Zustimmung für vom DGB gefordete Vaterschaftsfreistellung anlässlich der Geburt

Zehn Tage Vaterschaftsurlaub für Väter direkt nach der Geburt des Kindes sieht die 2019 beschlossene EU-Vereinbarkeitsrichtlinie vor. Eine Umfrage, die die DGB Frauen bei YouGov in Auftrag gegeben haben, zeigt: große Teile der Gesellschaft unterstützen dieses Vorhaben.

Familie sitzt auf Bett: Mutter, Vater, Kleinkind und Baby

Jonathan Borba / Unsplash / DGB

Die Bundesregierung will die EU-Richtlinie aber nicht in deutsches Recht umsetzen. Die Begründung: Die bestehenden Gesetze (Elterngeld, Elternzeit) in Deutschland reichen bereits aus. Ein Gutachten im Auftrag des DGB widerspricht der Bundesregierung: Auch Deutschland müsse die 10 Tage Vaterschaftsurlaub umsetzen. Mehr zu den Forderungen des DGB lest ihr in diesem Artikel und hier ebenfalls ausführlich in der WELT.

YouGov Umfrage zu Partnerschaftlichkeit

DIe DGB Frauen haben durch YouGov vom 12.-14. Januar eine repräsentative Befragung der Bevölkerung (insgesamt wurden 2073 Personen befragt) durchführen lassen. Die Ergebnisse zeigen eine breite Zustimmung für die Vaterschaftstage anlässlich der Geburt: Fast zwei Drittel der Bevölkerung unterstützen dieses Anliegen. Besonders spannend: sowohl Frauen als auch Männer unterstützen die Vaterschaftsfreistellung und die Zustimmung kommt aus allen Altersstufen, Berufsgruppen oder Parteipräfenzen.

Einige Ergebnisse

 

Erhöhung der Vätermonate

  • Ich finde die Erhöhung der verbindlichen Vätermonate...
  • 50% sehr gut / eher gut; 23% keine Angabe/ weiß nicht; 20% teils/teils und 8% eher / sehr schlecht.

 

Vaterschaftstage rund um die Geburt

Ich finde 10 bezahlte Vaterschaftstage rund um die Geburt...

  • 41% sehr gut; 22% gut: d.h. 2/3 der Befragten befürworten die Vaterschaftstage. 15 % teils/teils und 15% machten keine Angabe (weiß nicht); 8% eher/ sehr schlecht.

 

Maßnahmen zur besseren Arbeitsteilung von Frauen und Männern

Der "Gender Care Gap" zeigt, dass Frauen täglich im Durchschnitt rund 90 Minuten mehr unbezahlte Sorge- und Hausarbeit leisten als Männer. Hier lautete die Frage: Was glauben Sie, welche drei der unten aufgeführten Maßnahmen könnten am besten helfen, diese Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau gerechter zu gestalten? (bis zu drei Maßnahmen)

 

Maßnahmen aus Yougov Umfrage

DGB/Yougov

Die meistgenannte Maßnahme, um eine bessere Arbeitsteilung von Frauen und Männern zu erreichen ist mit Abstand die „gerechtere Bezahlung von Frauen und Männern“ (42%), gefolgt „von flexibleren Arbeitszeiten für Frauen und Männer“ (33%) und dem Aufbrechen traditioneller Geschlechterrollen.

 

Unternehmensangebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Um zu erfahren, welche Angebote und Leistungen es auf betrieblicher Ebene bereits gibt und was genutzt und für hilfreich / sinnvoll erachtet wird, wurde gefragt: Was bietet das Unternehmen, in dem Sie tätig sind an, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern und wie bewerten Sie diese Maßnahmen? Wenn zutreffend, bewerten Sie bitte, wie Sie diese Maßnahme bei der Vereinbarkeit unterstützt.

Yougov betriebliche Angebote

DGB/Yougov

Auffällig ist, dass bei allen Maßnahmen „wird bei uns nicht angeboten“, mit Abstand am häufigsten als Antwort gewählt wurde; bei fünf von neun Maßnahmen sogar von (fast) der Hälfte der Befragten. Betriebliche Angebote zur Vereinbarkeit von Privatleben/Familie und Beruf scheinen also wenig verbreitet.

Von den vorhandenen Maßnahmen wurden die Folgenden besonders positiv bewertet: Homeoffice/Mobiles Arbeiten (40% sehr gut/eher gut); Arbeitszeitkonten (42% sehr gut/eher gut), Gleitzeit/Arbeit außerhalb Kernzeit und die Wunsch-Schicht-/Dienstplanung (je 36% sehr gut/eher gut), auch noch die Notfallkinderbetreuung (22% sehr gut/eher gut).

Und jetzt?

Die Umfrageergebnisse liefern eine aktuelle und gute Argumentationshilfe für die gewerkschaftliche und politische Arbeit für eine partnerschaftlichere Aufteilung von Erwerbs- und Fürsorgearbeit. Viele Menschen wünschen sich bessere Vereinbarkeitslösungen von der Politik, aber auch von ihren Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Packen wir es an!

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