Deutscher Gewerkschaftsbund

28.01.2019
Aufwertung sozialer Dienstleistungsberufe

Ausbildungsoffensive Pflege - Für Frauen ein Gewinn!

Erst der voranschreitende demografische Wandel und der damit einhergehende Bedarf an Fachkräften bringt den notwendigen Schwung in die dingend fällige Debatte um die Aufwertung (sozialer) Dienstleistungen. Dabei ist die Forderung nach mehr Lohn und besseren Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in den personennahen Dienstleistungen alles andere als neu. Gewerkschaften haben schon lange die Arbeit mit Menschen im Blick, setzen sich in Tarifverhandlungen für eine faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen ein und treiben die gesellschaftliche Diskussion über den Wert der personennahen Arbeit voran.

 

FÜR FRAUEN EIN WICHTIGER SCHRITT!

Überwiegend Frauen arbeiten in personennahen Dienstleistungen. In der Pflege liegt der Frauenanteil sogar bei über 90 Prozent! Eine Aufwertung dieser Tätigkeiten würde nicht nur ihre finanzielle Situation verbessern. Angemessene Arbeitsbedingungen würden auch dazu führen, dass Frauen diese Berufe nicht auf Grund schlechter Arbeitsbedingungen in Teilzeit ausüben (müssen), sie könnten auch ihr Erwerbspotenzial voll ausschöpfen.Es ist aber auch eine Frage der Gerechtigkeit: Die Wahl eines Dienstleistungsberufes, der zudem noch einen hohen gesellschaftlichen Wert hat, darf nicht zu einer strukturellen Schlechterstellung führen.  

 

BEI DER AUSBILDUNG FÄNGT ES AN!

Die geringe Wertschätzung sozialer und personenbezogener Dienstleistungen schlägt sich bereits in der Ausbildung nieder. Junge Menschen erfahren in ihrer Ausbildung handfeste Nachteile im Vergleich zur dualen Ausbildung. Die Bundesregierung hat reagiert und vergangenes Jahr die sogenannte "Konzertierte Aktion Pflege" ins Leben gerufen (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/). In einer Arbeitsgruppe unter Leitung der Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey wurden Maßnahmen erarbeitet, mit denen die Pflegeausbildung attraktiver gemacht werden soll.

 

Pflegerin misst Blutdruck bei älterer Frau

DGB/Wavebreak Media/123RF.com

Ausbildungsoffensive Pflege schnell umsetzen


Im Sommer 2018 hatte die Bundesregierung die „konzertierte Aktion Pflege“ ins Leben gerufen und damit eine Diskussion mit Gewerkschaften, Arbeitgebern, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Krankenkassen sowie Betroffenenverbänden angestoßen. Zur Zwischenbilanz und zum Start der „Ausbildungsoffensive Pflege“ als erstes Ergebnis sagte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, am Montag in Berlin:

„Angesichts des Pflegenotstands in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen ist die Ausbildungsoffensive als Ergebnis der ‚konzertierte Aktion Pflege‘ ein unverzichtbares Signal, um die Qualifizierung der Fachkräfte von Morgen voranzubringen und für eine bessere Versorgung alter und kranker Menschen durch mehr Pflegepersonal zu sorgen. Die Ausbildungsoffensive muss jetzt schnell und mit Nachdruck umgesetzt werden.

Der Pflegeberuf muss wieder attraktiv werden, um sich in der Konkurrenz um die Fachkräfte der Zukunft durchzusetzen. An diesem Ziel müssen sich alle laufenden und künftigen Maßnahmen messen lassen. Die Gewerkschaften setzen sich deshalb für hervorragende Bedingungen bei der Ausbildung nach hohen Qualitätsstandards ein. Aber Auszubildende müssen nicht nur gewonnen, sondern auch langfristig im Beruf gehalten werden: durch gute Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung.

Sorgen bereitet die aktuelle Forderung der Länder, nicht mehr für die Investitions- und Mietkosten der Pflegeschulen aufkommen zu müssen, die nicht aus dem Ausgleichsfonds refinanzierbar sind. Nur wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, werden wir die dringend benötigten Ressourcen für eine qualitativ bessere Aus- und Weiterbildung sicherstellen. Das ist wesentlich für die Motivation der Auszubildenden und den Ausbildungserfolg in den Pflegeschulen und an den verschiedenen Einsatzorten der praktischen Ausbildung."


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