Deutscher Gewerkschaftsbund

"Kompakt" Ausgabe des DGB Index Gute Arbeit

Weiblich, systemrelevant, unterbezahlt: Arbeitsbedingungen in vier frauendominierten Berufsgruppen

Grafik: Anteil der Beschäftigten, die Schwierigkeiten haben, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen. Vergleich aller Berufsgruppen mit vier frauendominierten Berufsgruppen.

DGB Index Gute Arbeit

Der Schwerpunkt der Befragung zum DGB-Index Gute Arbeit lag 2019 auf dem Thema Arbeitsintensität. Im "Kompakt"-Format wurden explizit die Arbeitsbedingungen in vier frauendominierten Berufen untersucht.

Für die Publikation wurden Arbeitsbelastung und -anforderungen der Beschäftigten in frauendominierten Berufsgruppen mit denen in den übrigen Berufsgruppen verglichen. Betrachtet wurden Reinigungsberufe, Verkaufsberufe, Pflegeberufe (Alten- und Krankenpflege) sowie Erziehungs- und Sozialberufe. Frauendominierte Berufsgruppen sind hier Berufsgruppen, in denen der Anteil weiblicher Beschäftigter mehr als 80 Prozent beträgt.

Die Publikation liefert empirische Erkenntnisse über Arbeitsbedingungen in Branchen, die während der Corona-Pandemie als „systemrelevante“ Berufe viel Aufmerksamkeit erfuhren und macht deutlich, dass überwiegend Frauen Arbeit an und in der Gesellschaft und unter schlechten Bedingungen leisten.

Zentrale Ergebnisse:

  • Die Mehrheit der Beschäftigten in den vier untersuchten Berufsgruppen bewertet ihr Einkommen als „nicht“ oder „gerade“ ausreichend.
  • Atypische und prekäre Beschäftigungsmerkmale sind weit verbreitet. Unbefristete Vollzeitbeschäftigung gibt es deutlich seltener als in den übrigen Berufsgruppen.
  • Die betrachteten frauendominierten Berufe sind häufig durch Arbeitszeiten am Wochenende, abends oder in der Nacht gekennzeichnet.
  • In allen vier Berufsgruppen wird überdurchschnittlich oft körperlich schwere Arbeit geleistet.
  • Ebenfalls weit verbreitet sind psychische Belastungen, wie das Arbeiten unter Zeitdruck. Ursache für den arbeitsbedingten Stress ist häufig Personalmangel.

Die Arbeitsbedingungen in den frauendominierten Reinigungs-, Verkaufs-, Pflege- und Erziehungsberufen sind schlechter als im Durchschnitt aller Berufsgruppen. Das ist alarmierend! Wir brauchen endlich bessere Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen in den frauendominierten Berufen – als wichtigen Schritt für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt.

Es sind gerade diese systemrelevanten Berufe, die unsere Gesellschaft und Wirtschaft am Laufen halten: Denn wer könnte überhaupt einer Erwerbsarbeit nachgehen, wenn nicht für die Betreuung der Kinder, die Befüllung der Regale im Supermarkt und die Reinigung von Privat- und Büroräumen gesorgt würde? Eine Aufwertung der frauendominierten Dienstleistungen ist längst überfällig!

 


Hier kann das Papier heruntergeladen werden:


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