Deutscher Gewerkschaftsbund

04.02.2014

Internationaler Frauentag am 8. März 2014

Das politische Krisenmanagement aus Spardiktaten, Lohn-, Renten- und Sozialkürzungen hat in vielen europäischen Ländern zu einer wirtschaftlichen Talfahrt geführt. Was mit ungezügelten Finanzmarktspekulationen begann, hat sich zu einer sozialen Krise ausgeweitet und gefährdet die Grundlagen der Demokratie. Sozialstandards wurden gesenkt, Arbeitnehmerrechte abgebaut. Die Schere zwischen arm und reich reißt immer weiter auf. Diese Politik geht besonders zu Lasten der Frauen: Sie lindert ihre Chancen am Arbeitsmarkt, kappt notwendige öffentliche Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und kürzt insbesondere Bildungs- und Sozialausgaben. Frauen werden in überholte Rollenbilder gedrängt, dies führt zurück zu einer überwunden geglaubten Aufgabenteilung zwischen den Geschlechtern.

Die europäische Sparpolitik ist kein Zukunftskonzept – weder für die Wirtschaft noch für die öffentlichen Haushalte. Und sie verhindert, wofür die Europäische Union von Beginn an steht: Die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern, die zu den Grundwerten der Europäischen Union gehört, seit 1957 der Grundsatz gleicher Lohn für gleiche Arbeit in den Römischen Verträgen verankert wurde. Gleichstellung ist nicht nur eine Frage der sozialen und der wirtschaftlichen Verantwortung, sie ist vor allem eine Frage der Gerechtigkeit! Am Internationalen Frauentag 2014 setzen die Gewerkschaften dafür ein Zeichen:

Wir unterstützen das Ziel der Europäischen Union, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu fördern: Frauen müssen die gleichen Chancen am Arbeitsmarkt haben wie Männer, sie müssen ihren Lebensunterhalt eigenständig durch eine Existenz sichernde Beschäftigung bestreiten können!

Wir wollen die Gleichstellung von Frauen und Männern durch verbindliche und wirksame europäische Regelungen vorantreiben: bei der Durchsetzung von gleichem Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, bei der Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt, durch mehr Frauen in Führungspositionen oder durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dafür hat Europa unverzichtbare Impulse geliefert, die wir auch in Zukunft brauchen!

Wir werben für ein politisch vereintes, demokratisches, wirtschaftlich starkes und sozial gerechtes Europa, das auch seine gleichstellungspolitischen Ziele umsetzt. Die Europawahl 2014 stellt die politischen Weichen für die kommenden fünf Jahre. Sie gilt es zu nutzen, damit Europa zusammenhält und sich aus der Krise heraus weiter entwickelt – in eine gute Zukunft für Männer und Frauen!

Das Frauenwahlrecht gehört zu den Forderungen, für die der Internationale Frauentag von Beginn an stand. Im Jahr der Europawahl rufen wir dazu auf, am 25. Mai 2014 davon Gebrauch zu machen. Angesichts der wachsenden Ungleichgewichte braucht Europa unsere Solidarität – und wir brauchen Europa!

 

Veranstaltung zum internationalen Frauentag am 07. März 2014

Das Jahr 2014 hat europapolitisch Einiges zu bieten. Erst ein Jubiläum: unser Nachbarland Polen trat im Mai vor 10 Jahren der EU bei. Dann ein Schritt in die Zukunft: am 25. Mai 2014 sind Europawahlen!

Darum blicken auch wir am Internationalen Frauentag 2014 nach Europa. Wir laden Euch herzlich ein, am Vorabend des 8. März mit uns zu diskutieren & zu feiern. Unser Schwerpunkt: die Arbeitsbedingungen von Frauen in Europa. Im Fokus steht der Einzelhandel - eine Branche mit vielen Frauen, die stark von prekärer Beschäftigung geprägt ist.

Im Mittelpunkt steht dann der Spielfilm „Dzień kobiet“ (OmU; „Frauentag“) der polnischen Regisseurin Maria Sadowska. Der Film gewann 2012 auf dem FilmFestival Cottbus – Festival des osteuropäischen Films den Hauptpreis.

Freitag, 7. März 2014, 17.oo Uhr bis 21.oo Uhr
DGB Bezirk Berlin Brandenburg, Wilhelm-Leuschner-Saal, Keithstrasse 1-3, 10787 Berlin


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