Deutscher Gewerkschaftsbund

20.12.2017

EU-Aktionsplan gegen Gender Pay Gap ohne konkrete Instrumente

Frau und Mann vor einem Umspannwerk

jackf/123RF

EU-Justizkommissarin Jourova hat einen Aktionsplan gegen die geschlechtsspezifische Lohnlücke für 2017/18 präsentiert.

Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit ist ein Grundprinzip der EU und wurde so bereits 1957 in den Römischen Verträgen verankert, jedoch bisher kaum umgesetzt: Im EU-Durchschnitt liegt die geschlechtsspezifische Lohnlücke noch immer bei 16,3 Prozent, in Deutschland sogar bei 22 Prozent. Das ist Platz 26 von 28 EU-Ländern.

Diese EU-weit miserable und seit Jahren stagnierende Bilanz sei laut Jourova größtenteils darauf zurückzuführen, dass Frauen in der Regel weniger arbeiten, in schlechter bezahlten Branchen tätig sind, weniger befördert werden, häufiger ihre berufliche Laufbahn unterbrechen und mehr unbezahlte Arbeit leisten.

Der neue EU-Aktionsplan umfasst die schnelle Verabschiedung des Richtlinienentwurfs zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Förderung von Projekten für Frauen in Führungspositionen sowie einen Appell zur tatsächlichen Durchsetzung bestehender Rechtsprechung. Es fehlen jedoch gesetzlich verankerte, konkrete Sanktionsmöglichkeiten, um der Lohnungerechtigkeit ein Ende zu setzen.

2018 will die Kommission sich damit auseinandersetzen, welche gesetzlichen Regelungen gebraucht werden, um die EU-Richtlinie zur Verwirklichung des Grundsatzes der Chancengleichheit und Gleichbehandlung von Männern und Frauen in Arbeits- und Beschäftigungsfragen umzusetzen.

Aktionsplan: 

Richtlinie 2006/54/EC:


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