Deutscher Gewerkschaftsbund

Alles rund um die Rente von Frauen

Die Alterssicherung von Frauen verbessern!

Die Frauen im DGB machen Druck

Ob Niedriglohn, Teilzeit, Erwerbsunterbrechung oder mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie: diskriminierende Bedingungen im Erwerbsleben führen Frauen in prekäre Beschäftigung mit geringem Einkommen. Darauf folgen Renten, die oft nicht zum Leben reichen. Doch Frauen haben dasselbe Recht auf eine eigenständige Existenzsicherung wie Männer – und damit auch auf ein auskömmliches Alterseinkommen.

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DGB

DIE FORDERUNGEN DES DGB-BUNDESFRAUENAUSCHUSSES

Die Rente gilt als Spiegelbild der Teilhabe am Erwerbsleben. Durch längere Erwerbsunterbrechungen, Schwierigkeiten beim beruflichen Wiedereinstieg und häufige Teilzeitbeschäftigung erwerben Frauen einen um 53 % geringeren eigenen Rentenanspruch als Männer. Die Frauen im DGB fordern den sogenannten Gender Pension Gap zu schließen, insbesondere durch

  • die Verbesserung der Einkommenschancen von Frauen
  • die Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung und die Stabilisierung des derzeitigen Rentenniveaus
  • die angemessene Berücksichtigung von Kindererziehungs- und Pflegezeiten in der Rentenversicherung
  • die Schaffung flexibler Übergänge, die auch unterbrochene Erwerbsbiographien berücksichtigen 

 

POLITISCHE LEITLINIE FÜR DIE KOMMENDEN JAHRE

  • Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat seine politischen Leitlinie für die kommenden vier Jahre festgelegt. Auf dem 21. Orgendlichen Bundeskongress im Mai 2018 fassten die Delegierten aus allen acht Mitgliedsgewerkschaften mehrere Beschlüsse für eine gerechte Rentenpolitik und ein sicheres Auskommen im Alter.

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DGB/ Kerstin Müller

Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds:

"Dass die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern kleiner geworden ist, heißt längst nicht, dass sich die Situation gebessert habe. Ursache dafür ist vielmehr das bröckelnde Normalarbeitsverhältnis von Männern. Klar ist, dass wir insgesamt erst mal eine Stabilisierung des derzeitigen Rentenniveaus brauchen.“   

 

JETZT KANN ES LOSGEHEN! WAS DIE NEUE BUNDESREGIERUNG ALLES VORHAT..

In der 18. Legislaturperiode (2013-2017) hat die Bundesregierung seit langer Zeit wieder echte Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung durchgeführt. Dass es damit nicht getan ist, zeigen die regelmäßigen Zahlen zur Altersarmut von Männer, aber insbesondere von Frauen. Der Koalitionsvertrag der Regierungsparteien der 19. Legislaturperiode enthält Ansätze für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die eigentliche Debatte wird aber in eine Rentenkommission und auf die Zeit ab 2020 verschoben. Und auch im Bereich Grundrente, Mütterrente und betrieblicher Altersvorsorge gibt es massiven Nachbesserungsbedarf.

Die Einführung einer Grundrente und die Verbesserung der Mütterrente könnten zu einer besseren Absicherung im Alter führen – auch für Frauen. Doch die konkrete Ausgestaltung der Grundrente wird vielen Frauen zu keinem höheren Renteneinkommen verhelfen. Von den Frauen, die die vorausgesetzten 35 Jahre Beitragszeit erfüllen, beziehen knapp eine Millionen Frauen ein Renteneinkommen auf dem Niveau des bundesdurchschnittlichen Grundsicherungsbedarfs von 850 Euro oder darunter. Erfolgt die Bedürftigkeitsprüfung, wird die Anzahl der Frauen, die eine Grundrente erhalten, weiter sinken. Der DGB fordert die Rente nach Mindestentgeltpunkten.

Mit der Verbesserung der Mütterrente wird auf die Gleichbehandlung der Erziehungszeiten unabhängig vom Geburtsjahr des Kindes abgezielt. In den vorläufigen Verhandlungsergebnissen ist festgehalten, dass diese Angleichung abhängig ist von der Anzahl der Kinder, die eine Frau zur Welt gebracht hat. Diese willkürliche Bedingung schließt viele Frauen aus und muss kritisiert werden. Die Finanzierung bleibt offen. Der DGB fordert eine Finanzierung aus Steuermittel.

In den Verhandlungsergebnissen wird zudem das Zusammenspiel von GRV, bAV und privater Vorsorge betont. Der DGB fordert eine stabile GRV mit einer ergänzenden bAV, denn Frauen sind seltener in der Lage, eine betriebliche, geschweige denn eine private Vorsorge aufzubauen. 

 

FRAUENBÜNDNIS: GEMEINSAM GEGEN ALTERSARMUT 

sfd

ver.di

Die Frauen im DGB beteiligen sich am Frauenbündnis gegen Altersarmut, iniitiert von ver.di, das mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 und die Rentenkampagne des DGB im Herbst 2016 ins Leben gerufen wurde. Es verfolgt das Ziel die Verbesserung der Rentensituation von Frauen voranzutreiben und die Forderungen der DGB-Rentenkampagne um gleichstellungspolitische Forderungen zu ergänzen. Elke Hannack, DGB-Vize, anlässlich des neuen Bündnisses: "Wir machen uns stark für eine bessere Alterssicherung von Frauen. Das ist wichtig, weil es meist Frauen sind, die die Altersarmut trifft! Frauen arbeiten oft unfreiwillig in Teilzeit, dazu oft im Niedriglohnsektor, oftmals sind ihre Erwerbsbiografien unterbrochen. Letztlich führt dies zu Renten unterhalb des Grundsicherungsniveaus. Deswegen wollen wir die gesetzliche Rente stärken. Denn nur mit der gesetzlichen Rente gibt es einen sozialen Ausgleich!" Mehr Infos zum Bündnis hier

 

DGB-RENTENKAMPAGNE

engel

DGB

Der DGB setzte sich mit einer Rentenkampagne unter dem Motto „Kurswechsel: Die gesetzliche Rente stärken!“ für eine gerechte Rentenpolitik ein. Mit dem Ziel, Druck zu machen auf die Parteien mit Blick auf die Bundestagswahl fanden Aktionen in der gesamten Bundesrepublik statt. Unsere wichtigsten Forderungen: Die Stabilisierung und langfristige Erhöhung des gesetzlichen Rentenniveaus und die Stärkung der betrieblichen Altersversorgung. Davon profitieren insbesondere Frauen, da sie auf Solidarelementen in der gesetzlichen Rentenversicherung zum Ausgleich von z.B. Erziehungszeiten angewiesen sind. Hier geht es zur Rentenkampagne. 

 

VERANSTALTUNGSTIP

ver.di - Frauenalterssicherungskonferenz am 03.Juli 2018

Die neue Große Koalition ist am 22. Juni 2018 100 Tage im Amt. Zur 14. Frauen-Alterssicherungskonferenz ist es somit an der Zeit, einen Blick auf die frauenpolitischen Maßnahmen zu werfen, die für diese Legislaturperiode geplant sind.

Hier geht es zu weiteren Inforamtionen.

 

WEBINAR ZUM THEMA ALTERSVOROSRGE

Das DGB-Projekt "Was verdient die Frau?" Wirtschaftliche Unabhängigkeit!" hat in seiner Webinarreihe das Thema Altersvorsorge aufgegriffen. Mit unterschiedlichen Expert/innen wird sich darüber ausgetauscht, warum schon im jungen Alter an das Auskommen im Alter gedacht werden sollte.

Hier kannst du dir die komplette Dokumentation zu unserem zweiten Webinar, das am 08. November 2017 mit den Expert/innen Heike Sibinski und Ingo Schäfer stattfand, anschauen.

Viel Spaß beim Informieren und Nachlesen!

www.was-verdient-die-frau.de

 

LESETIPP

Artikel im Debattenmagazin GEGENBLENDE

Gerechtigkeit für Frauen und Männer – auch im Alter!


Die Debatte um die Rente ist in vollem Gang. Doch ein Punkt droht dabei immer wieder unter den Tisch zu fallen: Das Rentensystem benachteiligt weibliche Erwerbsbiografien. Es ist Zeit für eine neue Gerechtigkeitsdebatte, fordert die Autorin Mareike Richter.

Hier geht es zum Artikel.

 

INFORMATIONEN RUND UM DEN ÜBERGANG IN DIE RENTE

Viele Fragen und oft komplizierte Antworten wenn es um das Thema rente geht! Das muss nicht länger sein. Die ver.di-Rentenbroschüre “Wann in Rente?”, die neu überarbeitet und auf dem Stand 1. Juli 2018 gebracht wurde, erläutert die komplexen Regelungen rund um die Rente knapp und verständlich.

Hier geht es zur Borschüre: https://arbeitsmarkt-und-sozialpolitik.verdi.de/ueber-uns/nachrichten

 

 

 

WEITERFÜHRENDE LITERATUR:

Klenner, Christina; Sopp, Peter; Wagner, Alexandra (2016): Große Rentenlücke zwischen Frauen und Männern. Ergebnisse aus dem WSI GenderDatenPortal. WSI Report Nr. 29.

Bäcker, Gerhard; Kistler, Ernst; Rehfeld, Uwe G. (2014): Reformbedarf: Ausbau der eigenständigen Renten von Frauen. Die Überwindung des höheren Risikos der Altersarmut bei Frauen setzt voraus, dass Frauen eigenständige Alterssicherungsansprüche erwerben. Hg. v. Bundeszentrale für politische Bildung.

Flory, Judith; Hänisch, Carsten; Klos, Jonas (2013): Die Wirkung unterschiedlicher Biografiemerkmale auf den Gender Pension Gap.  Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik (FIT) im Auftrag des  Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Kerschbaumer, Judith; Schulze Buschoff, Karin (2016): Die Alterssicherung von Frauen - wie weiter mit der Rente? Soziale Sicherheit 09/2016.

Klenner, Christina; Sopp, peter; Wagnder, Alexandra (2016): Große Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen. Ergebnisse aus dem WSI GenderDatenReport. WSI-report Nr. 29, 2/2016.


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